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Leipzig Liest 2026 im Haus der Demokratie

Haus der Demokratie Leipzig e.V. > Leipzig Liest 2026 im Haus der Demokratie

Wie in jedem Jahr finden auch in diesem Jahr Lesungen im Rahmen von Leipzig Liest statt. Von Donnerstagabend bis in den Sonntag hinein finden bei uns Veranstaltungen statt. Die Veranstaltungen sind kostenlos und finden in unserem barrierefrei erreichbaren Alten Speisesaal im Erdgeschoss statt.

Donnerstag, 19. März: Lesungen ab 17 Uhr

Donnerstag, 19. März, 17 Uhr: „Mut zum Unmut – Eine Anleitung zur politischen Widerspenstigkeit“

Die Autoren Matthias Meisner und Paul Starzmann zeigen anhand konkreter Fälle, warum es gefährlich ist, wenn niemand mehr den Mut hat, „Nein“ zu sagen. Anwesend wird außerdem ein Akteur aus dem Buch sein: 

Es gibt eine gute Kraft der Renitenz! Und wir brauchen sie gerade jetzt, wo negative Nachrichten und Resignation alles zu dominieren scheinen. Dieses Buch hat einen erfrischenden Ansatz: Es plädiert dafür, aktiv zu werden, die Gleichgültigkeit abzulegen, »Nein!« zu sagen, anzuecken – im Job, auf der Straße und in der Politik. Die Autoren finden dafür viele prominente Beispiele von Menschen, die unbequem sind, aufbegehren und ihre Finger absichtlich in Wunden legen wie Petra Kelly, Kevin Kühnert, Werner Schulz, Marco Wanderwitz, Kristina Hänel, Anne Wizorek, Marie von Kuck, Heidi Reichinnek u. v. a.

Die Veranstaltung wird durchgeführt vom DGB Sachsen.

Donnerstag, 19. März, 19.30 Uhr: Bikulturalität: Lost in Cultures? von Karin Schreiner

Bikulturalität: Lost in Cultures? ist ein unverzichtbarer Beitrag zum tieferen Verständnis des Lebens in zwei Kulturen. Karin Schreiner geht der Frage nach, welche Auswirkungen die Sozialisierung in zwei Kulturen auf die Identität einer Person hat. Wie kann sie beide Kulturen in ihrer Identität in Einklang bringen? Wie erfolgt die Entwicklung von Bikulturalität, um ein kohärentes und konsistentes Ich im Spannungsfeld beider Kulturen auszubilden?

Im Zentrum stehen Gespräche mit bikulturellen Personen, die dokumentieren, welche Wege sie gingen und gehen, um ihre beiden Kulturen in Einklang zu bringen und ihre bikulturelle Identität zu entwickeln. Auf Basis einer umfangreichen Recherche in den Bereichen Psychologie, Sozialpsychologie und Sozialanthropologie hat die Autorin Gespräche mit fünfzig bikulturellen Personen geführt. Im Laufe ihrer Leben zeigen sich immer wieder Hürden, welche die meisten Gesprächspartner:innen zu nehmen hatten und die zentrale gesellschaftliche Themen berühren: Dabei geht es um kulturelle Zugehörigkeit und soziale Abgrenzung, Diskriminierung und Innen-/Außengruppen-Dynamiken, Identitätsfragen und Veränderungsprozesse, globale Mobilität und ihre Folgen, kulturelle Anpassungsprozesse sowie den konstruktiven Umgang mit biografischen Einschnitten. Auch Mehrsprachigkeit wird ausführlich in den Gesprächen thematisiert, zeigt sie sich doch als untrennbar mit Bikulturalität verbunden.

Deutlich wird, dass der bikulturelle Hintergrund von Menschen ein großer Mehrwert ist: Mit ihrem verinnerlichten Wissen aus verschiedenen Kulturen und Kenntnissen in meist zwei oder sogar mehr Sprachen können bikulturelle Menschen in besonderem Ausmaß Brückenbauer:innen zwischen Kulturen sein. Im gesellschaftlichen und beruflichen Miteinander stellen diese Fähigkeiten ein wichtiges, ja unverzichtbares Potenzial dar. Bikulturalität erweist sich als zukunftsweisende Ressource für Individuen und die Gesellschaft.

Freitag, 20. März: Lesungen ab 16.30 Uhr

ab 16.30 Uhr: Rebellion. Auf die Barrikaden? – Ein Abend mit dem Büchner-Verlag

Freitag, 20. März, 16.30 Uhr:

Die Masters of War und die pazifistische Rebellion – Ist ziviler Widerstand am Ende nicht deutlich erfolgreicher als der Weg der Gewalt?

Triumphierend wurde jüngst die militaristische »Zeitenwende« ausgerufen. Der Pazifismus könne also entsorgt werden; Frieden schaffen, das gehe nur mit Waffen! Jedoch: Die Masters of War müssen auf der Hut sein. Ihre bellizistischen Ideologien stehen auf tönernen Füßen. Denn der gewaltfreie Weg, der sich auf eine große Tradition berufen kann, ist eine subversive und mächtige Gegenkraft. Die Pazifistinnen und Pazifisten haben nicht nur die besseren Argumente.
Zeigt denn nicht die Zeitgeschichte, dass ziviler Widerstand am Ende deutlich erfolgreicher ist als der Weg der Gewalt? Dass er zukunftsgerechter ist? Nicht zuletzt aus ökologischen Gründen? Ist die soziale Verteidigung – und nicht die militärische – der einzig vertretbare Weg? Wie können wir uns der Aufgabe stellen, uns von jedweder militärischen Logik radikal zu verabschieden? Und wie wird Pazifismus mehr als nur Sand im Getriebe der Mächtigen? Wie grundsätzlich nötig ist eine radikale pazifistische Ethik? Wie kann eine »pazifistischen Rebellion« letztendlich gelingen?

Über diese und andere Fragen diskutieren die Friedensforscherin Christine Schweitzer und die beiden Autoren Bruno Kern und Wigbert Tocha, deren aktuelle Bücher im Marburger Büchner-Verlag erschienen sind.  Kerns »… den Krieg gründlich verlernen« und Tochas »Friedenstüchtig werden. Überredung zum Pazifismus« sind flammende Plädoyers für den pazifistischen Weg. Die Moderation übernimmt Verlegerin Sabine Manke vom Büchner-Verlag.

Freitag, 20. März, 18 Uhr:

Wie wir uns eine Zukunft auf diesem Planeten erkämpfen – Strategien zur Umkehr: Wie wir den Kapitalismus hinter uns lassen können

Johanna Schellhagen macht seit fünfundzwanzig Jahren Filme über soziale Bewegungen, Streiks, Klassenkämpfe und die Klimabewegung. Dabei hat sie gemerkt, dass wir mehr tun müssen, als an den Staat zu appellieren, um uns eine Zukunft auf diesem Planeten zu sichern. Es fehlt nicht an Menschen, die bereit sind, sich zu engagieren und zu kämpfen. Was fehlt, ist eine überzeugende Strategie, die uns vereint und in die Lage versetzt, den Kapitalismus hinter uns zu lassen. Wie könnte der Übergang in eine vernünftige Gesellschaft aussehen? Wie ist eine nachhaltige Produktionsweise innerhalb der planetaren Grenzen möglich? Und wie können wir genügend materielle Macht aufbauen können, um sie durchzusetzen? Über diese Fragen spricht Schellhagen mit Mareike Biesel vom Streik-Soli Bündnis Leipzig. Die Moderation übernimmt die Journalistin Jessica Ramczik.


Freitag, 20. März, 20 Uhr: Ostfrauen und der Westen – Westfrauen und der Osten. Anfänge, Aufbrüche, Ankünfte – lebensgeschichtliche Porträts

Das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland scheint noch immer geprägt von  Vorurteilen und beharrlich gepflegtem Unwissen. Die Autorin Eva-Maria Siegel, selbst im Osten aufgewachsen und mittlerweile in Köln lebend,  hat mit 15 »Ostfrauen« über ihre Lebenswege zwischen Ost und West gesprochen. Gelungen sind ihr eindringliche Porträts »ganz normaler« Menschen. Die Erzählungen der Ausgewiesenen und Ausgereisten reichen von fest verwurzelten Ost-Lebensläufen bis zu solchen, die über Erfahrungen in beiden Systemen verfügen. Was in der Zeitenwende 1989 – und vor allem in den Ereignissen danach – geprägt wurde, ragt bis in die Gegenwart hinein.

Im Gespräch mit Ulrike Bertus (Haus der Demokratie), die es von Norddeutschland in den Osten gezogen hat, schafft Eva-Maria Siegel endlich Sichtbarkeit für bislang Unerzähltes.

Samstag, 21. März: Lesungen ab 13 Uhr

Samstag, 21. März, 13 Uhr: »Wir müssen alle sterben« von Ben Knight – Lesung und Diskussion

Klimakatastrophe, Atomkrieg, Faschismus, Bürgerkrieg: Der Journalist Ben Knight arbeitet als Journalist in Berlin und ihm setzen die andauernden Krisen zu. Wie soll es nur weitergehen? Für sein neues Buch »Wir müssen alle sterben«reiste er von Berlin nach London, nach Kansas, nach Norwegen und schließlich ins »Zentrum des Weltuntergangs« zum Chicxulub-Meteoriten-Krater in Mexiko. Im Fokus seiner Reise stand die Frage, wie unterschiedlich Menschen mit der überwältigenden Bedrohungssituation umgehen und welche Strategien sie entwickeln: von der Vorbereitung auf eine Katastrophe durch Vorratshaltung, über ein selbstversorgendes Leben im Einklang mit der Natur bis hin zu mentalen Strategien wie Meditation und Achtsamkeit. Entstanden ist ein vielfältiges Portfolio von Menschen und Geschichten, denen eins gemein ist: Sie alle zeichnet der Versuch aus, der eigenen Ohnmacht zu entkommen und Selbstwirksamkeit zu erlangen. 

Mit Clara Kühner und Karen Hamann, Psychologinnen an der Universität Leipzig spricht Knight über Wirksamkeitserwartungen im Kontext der Klimakrise und die Frage, welche Effekte Klimaangst auf Handeln und Wohlbefinden haben können. Eine Kooperationsveranstaltung mit dem BUND Leipzig.

Samstag, 21. März, 19 Uhr: Die Krise der bürgerlichen Gesellschaftswissenschaften, der Religion und der Kultur von Stefan Engel und Monika Gärtner-Engel

Eine immer schnellere Abfolge von Krisen erschüttert die kapitalistische Gesellschaft: Corona-Pandemie, tiefe Einbrüche der Weltwirtschaft, sozialer Notstand, die begonnene globale Umweltkatastrophe, wachsende Weltkriegsgefahr oder die zunehmende Gefahr des Faschismus.
Die bürgerlichen Gesellschaftswissenschaften, die Religion und die Kultur versuchen Antworten zu geben, sind aber selbst vom Krisenmodus betroffen. Sie sind bei Weitem nicht »ideologiefrei«, sondern verbreiten die bürgerliche Weltanschauung! Das vorliegende Buch ergreift Partei für die Ideologie der Ausgebeuteten und Unterdrückten dieser Welt und ihre berechtigten kulturellen, ökologischen und sozialen Bedürfnisse. Schonungslos entwickelt es die Kritik an der bürgerlich-dekadenten Kultur, um zugleich alles Wertvolle und Fortschrittliche der menschlichen Kultur zu verteidigen. Das Buch entwickelt befreiende Visionen, wie eine sozialistische Gesellschaft die aufgeworfenen Fragen vorwärtsweisend lösen wird.

Es ist der vierte Band in der Buchreihe »Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise«.

Ausschlussklausel: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.