"Wegweiser durch das Haus der Demokratie 2018/19"

Haus der Demokratie, Eingang

Liebe Leserin, lieber Leser,

viel wird in letzter Zeit über Bildung gesprochen und manchmal geschimpft über die ungebildeten Menschen, die die Komplexität der globalisierten Welt nicht verstehen (wollen) und lieber heut als morgen ihr kleines, überschaubares „Reich“ wieder haben möchten, ohne (fremde) Religion, ohne noch Bedürftigere als sie sich selbst empfinden. Doch wann ist ein Mensch gebildet? Friedrich Schiller schrieb dazu im Angesicht über das Blut und den Terror der Französischen Revolution: „Der gebildete Mensch macht die Natur zu seinem Freund“. Liebe und Verständnis für die Natur beinhaltet zwangsläufig nahezu gleiches Verhalten zu den Menschen auf diesem Erdball, ob als Gast oder als Flüchtling. Denn „um Gutes zu tun, braucht`s keiner Überlegung“. Mit einer solchen Übung, mit dieser Einstellung, verliert das vermeintlich düstere Leben seine Wirkung, seine Schwere, und macht frei für freundliche Gedanken ohne Hass und Gewalt.

Mit einer Fülle an Informationen zu den Problemen auf unserer Erde werden wir immerzu konfrontiert. Wir kennen heute die Zusammenhänge zwischen unserem Leben und seiner Wirkung auf die weitere Entwicklung und sind gleichzeitig unfähig, erfolgreich an einer Lösung zu arbeiten. Wir tun so als seien die Ressourcen unseres Planeten unendlich, als gäbe es keine Umweltkatastrophen (CO2- und NOx-Ausstoß, Radioaktivität, Giftmülldeponien, Öltanker, Bohrinseln), ja ignorieren sie gar oder diskutieren endlos. Wir leben als würde es kein morgen geben, als ginge uns das Wohlergehen unserer Kinder und Enkelkinder nichts an. Der Blick für den Nachbarn, das Mitdenken im Alltag, ja das fällt uns schwer, selbst im Straßenverkehr. Abgesehen von der Rücksichtslosigkeit etlicher Teilnehmer zeigt sich auch Gedankenlosigkeit. Es scheint uns zunehmend egal zu sein, wer oder was nach uns kommt.

So ist es offensichtlich ein weiter Weg über die Erkenntnis zum Handeln zu gelangen. Deshalb: „redet nicht, pflanzt Bäume“, so der Slogan von Plant-for-the-Planet, einer von einem neunjährigen Jungen begründeten Bewegung, die mittlerweile 15 Milliarden Bäume gepflanzt und sich der Bewahrung unserer Erde verschrieben hat.

Sie müssen nicht lange suchen, um sich ähnlich zu engagieren. Hier in unserem Haus gibt es mehrere Vereine, die sich über eine aktive Mitarbeit freuen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Zeit.

Rolf Schumann
Geschäftsführer
Leipzig, Januar 2018

Unseren aktuellen Wegweiser finden Sie sowohl im Haus der Demokratie als auch in Bürgerämtern, Bibliotheken der Stadt Leipzig und vielen anderen öffentlichen Einrichtungen